Buchbesprechung: DIDAKTISCHE MATERIA MEDICA

 

DIDAKTISCHE MATERIA MEDICA
Aleksandar Stefanovic


Homöopathische Arzneimittellehre 

unter Herausstellung der
Leit- und Kernsymptome




1.570 Seiten; Similimum Verlag 2011

ISBN 978-3-930256-50-1
www.similimum.de




Die Mittelbeschreibungen sind hervorragend. Eine bemerkenswerte Neuerscheinung, die wirklich empfohlen werden kann.“

Gerhard Bleul


Das Warten hat sich gelohnt! Das Buch ist wirklich hervorragend und ein “must have” für alle Homöopathen!
Dr. Jan Bartak

“Gelungener Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne.
Das Werk bietet Außergewöhnliches und ist eine echte Bereicherung
auf dem homöopathischen Buchmarkt
.”
Dr. Jens Ahlbrecht



Buchbesprechungen:


Allgemeine Homöopathische Zeitung, AHZ, Ausgabe 3, 2012
Gerhard Bleul


Noch eine Arzneimittellehre! Haben wir nicht genug davon? Es gibt die von Boericke, Mezger, Vermeulen, Jus, die Guiding Symptoms von Hering, die große Sammlung von Seideneder.


Da muss eine neue Arzneimittellehre schon etwas außergewöhnliches bieten, um wahrgenommen zu werden und das Angebot zu bereichern. Und genau das tut die Didaktische Materia Medica von Stefanovic.

Knapp 200 Mittel werden auf je 6 – 12 Seiten stichwortartig, präzise und doch umfassend beschrieben (das geht tatsächlich!). Die Darstellung ist übersichtlich aufgebaut: Den Körperregionen nach Boger folgen 10 – 20 Charakteristika des jeweiligen Mittels, Hinweise zu akuten Indikationen (“Notfall”), zu Auslösern und Modalitäten. Es schließt sich eine Sammlung der wichtigen Symptome an, gegliedert nach dem Kopf-bis-Fuß-Schema. 


Die Mittelbeschreibungen sind hervorragend, der Autor scheint nicht ein wichtiges Merkmal vergessen zu haben. Und es finden sich viele auch weniger bekannte Details der Arzneien. Ein kurzes Repertorium von immerhin 300 Seiten bildet den Abschluss. Seine Grundlage stammt von Oscar Boericke, Stefanovic hat es neu geordnet, ergänzt, an manchen Stellen auch gestrafft. Es enthält allerdings auch kleinere Mittel, die im Materia-medica-Teil nicht enthalten sind. 

Eine bemerkenswerte Neuerscheinung, die wirklich empfohlen werden kann.


Buchbesprechung für Homöopathie Konkret
Dr. Jens Ahlbrecht


Gelungener Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne.


„Noch eine neue synthetische Arzneimittellehre? Gibt es davon nicht längst genug?“ – Wenn man jedoch die neu erschienene DIDAKTISCHE MATERIA MEDICA von Aleksandar Stefanovic zur Hand nimmt, wird sehr schnell ersichtlich, daß sich dieses Werk deutlich von anderen Arzneimittellehren abhebt. Das Werk bietet Außergewöhnliches und ist eine echte Bereicherung auf dem homöopathischen Buchmarkt.


Das Arzneimittelschema in DIDAKTISCHE MATERIA MEDICA ergänzt die gängigen Arzneischemata gleich um mehrere Abschnitte. Nach einer Übersicht der anatomischen Wirksphäre und hauptsächlichen Zielorgane folgt eine sehr gelungene Darstellung der universalen Keynotes und Kernsymptome. Hier finden sich im Sinne eines Einstiegs in das Arzneimittelbild zu jeder Arznei ca. 10 – 20 klinisch bewährte allgemeine oder partikulare Leitsymptome. Dies ermöglicht vor allem Homöopathie-Einsteigern einen guten Überblick über die jeweiligen Eigenheiten und ‚Erkennungszeichen‘ der Arzneien.


Daran schließt sich ein neu eingebrachter, übersichtlicher Abschnitt ‚Notfall‘ an. Dieser enthält wichtige Indikationen der jeweiligen Arznei bei hochakuten Notfall-Zuständen. Allein diese Notfall-Darstellungen, die in keinem anderen Werk derart präsent dargestellt sind, machen das Buch zu einem unschätzbaren Helfer in jedweder Notfallsituation.


Auf den Abschnitt mit Auslösern und Allgemeinmodalitäten folgt das eigentliche Arzneischema mit den Körperregionen. Hier beginnend mit der Abteilung  ‚Nerven‘, die eine aus Praxissicht dringend notwendige Ergänzung zu bisherigen Arzneimittellehren liefert.


Der folgende Abschnitt ‚Geist, Gemüt‘ enthält eine ausführliche, didaktisch aufgebaute und sehr eingängige Darstellung der Gemütssymptome. Hier findet man über Stichworte und  Hervorhebungen schnellen Zugang zu ausführlichen Symptomkombinationen und -darstellungen. Auch dieses Kapitel enthält viele Besonderheiten und Unterkapitel.


Den Abschluß bilden die Abteilungen ‚Allgemeines‘ und ‚Vergleiche‘, wobei letztere auf Symptomebene Differenzierungen zu ähnlichen Mitteln enthält, sowie Angaben zu komplementären und antidotierenden Arzneien.


Zu den großen Vorzügen von DIDAKTISCHE MATERIA MEDICA gehört, daß zum Zwecke der Übersichtlichkeit, aber auch Hervorhebung der wichtigsten Indikationen, direkt im Fließtext Untergliederungen vorgenommen wurden. Zu betonen ist, daß diese Untergliederungen in DIDAKTISCHE MATERIA MEDICA nicht nach “Schema F” erfolgen, sondern in Abhängigkeit von den Symptomschwerpunkten der jeweiligen Arznei stets individuell neu gestaltet werden.


Zudem ist positiv hervorzuheben, daß die Symptompräsentation in DIDAKTISCHE MATERIA MEDICA nicht, wie bei einigen anderen neueren Werken, durch unkritische Zusammenführung digitaler Datenbanken generiert wurde, wodurch erhebliche Redundanzen entstehen, sondern erkennbar wohldurchdacht gestaltet wurde.


Beispiel: Im Abschnitt ‚Abdomen‘ von Aconitum sind dies: ‚Ikterus‘, ‚Gallenkolik‘, ‚Hepatitis‘, ‚Perotinitis‘, ‚Bauchschmerz‘, ‚Blähungskolik‘, ‚Säugling‘ und ‚Hernie‘. Hinter diesen Zwischenüberschriften stehen dann die jeweils relevanten Symptome,bei Aconitum ist dies beispielsweise: „IKTERUS: Mit unstillbarem Durst auf kaltes Wasser; durch lSchreck; Unterkühlung durch Frosteinwirkung; während der Schwangerschaft; bei lNeugeborenen.“ oder „HERNIE: Leistenregion äußerst empfindlich; Entzündung; Erbrechen von Galle; kalter, klebriger Schweiß; Ruhelosigkeit.“


Die zitierten Symptome zeigen das für DIDAKTISCHE MATERIA MEDICA kennzeichnende Bestreben, praxisrelevante Zeichenkombinationen (Empfindung mit Modalität bzw. Causa und/oder Begleitsymptom) zu präsentieren, die einen hohen Differenzierungsgrad aufweisen und somit in starker Weise hinweisend auf das jeweilige Mittel sein können. 


Da die entsprechenden Symptome häufig über die Zwischenüberschrift in einen klinischen Zusammenhang gestellt werden, entstehen auf diese Weise schlaglichtartige Miniaturen vollständiger Symptome im Sinne individueller klinischer Krankheitsbilder. Zur Veranschaulichung hier einige Beispiele aus der Colchicum-Darstellung: Im Abschnitt ‚Harnorgane‘ findet sich der Symptomeintrag: „Verminderte Harnmenge; durch Erkältung; danach Gicht.“ – ein für sich genommen nur wenig individuelles objektives Zeichen, das aber gleich zweimal mit einer Dynamik (Causa und Sequelae) verknüpft und dadurch höchst eigentümlich wird. 


Im Abschnitt ‚Herz‘ steht unter der Zwischenüberschrift ‚Herzklopfen‘ als eines von insgesamt vier Symptomen: „Druck und ängstliche Beklemmung in der Herzregion, als drohe ein Schlaganfall; l> Gehen.“ – ein Symptom, das seinen klinischen Wert v.a. aufgrund seiner paradoxen Modalität erhält. Der Abschnitt ‚Extremitäten‘ verzeichnet unter der Zwischenüberschrift ‚Schwellung‘ folgendes Symptom: „Kribbeln, wie nach Erfrierung; bei Wetterwechsel.“ – wie schon das zuletzt genannte Symptom eine Kombination aus Empfindung, Als-ob-Symptom und eigentümlicher Modalität.


Wie die Beispiele zeigen, sorgt eine an G.H.G. Jahrs Symptomenkodex und C. M. Bogers Synoptic Key erinnernde Interpunktionslogik für eine hohe Informationsdichte und läßt selbst bei größeren Symptomzusammenhängen nahezu keine Redundanzen entstehen. Zugleich ist der Text trotz Verwendung einer Vielzahl drucktechnischer Hervorhebungen und Schriftgrößen erstaunlich übersichtlich und gut lesbar.


Hinsichtlich Umfang und Anzahl der dargestellten Arzneien nimmt das Werk eine Mittelstellung zwischen den kurzgefaßten Arzneimittellehren (z.B. Allen, Boericke, Phatak) und den andererseits sehr umfangreichen Arzneimittellehren (z.B. Vermeulens Konkordanz, Herings Guiding Symptoms, Seideneders Mitteldetails oder Heilmittel-Archiv) ein.


Es werden die 177 wichtigsten Heilmittel der homöopathischen Materia medica –  inclusiv der großen miasmatisch relevanten Nosoden – in einer Art und Weise dargestellt, die sich deutlich von anderen Materia medica Werken abhebt. Hinsichtlich der verwendeten Quellen imponiert eine gelungene Balance zwischen höchst verläßlichen Einträgen aus den Arzneimittelprüfungen (die aus Platzgründen nicht im Originalwortlaut, sondern in paraphrasierter Form wiedergegeben werden), der klinischen Erfahrung v.a. der nordamerikanischen Homöopathie-Tradition des 19. Jahrhunderts und der Berücksichtigung der neueren Erfahrungen der letzten 3 Dekaden (hier v.a. Vithoulkas und seine Schüler). Am Ende eines jeden Symptoms wird mit einem Quellenkürzel der Nachweis über dessen Herkunft geführt.


Das auf den Materia-Medica-Teil folgende Repertorium basiert auf dem Repertorium von O. E. Boericke. Das Repertorium wurde in Analogie zur Matrix des Materia-Medica-Teils komplett neu gegliedert und mit Nachträgen aus diesem versehen. Dies ist höchst praktisch, da sich auf diese Weise etwa im Repertoriums-Abschnitt „Notfälle, Verletzungen“ auf 5 Seiten die bewährtesten Indikationen für schnelles Handeln zusammengefaßt finden.


Die Kombination von Materia medica und Repertorium in einem Werk und die Konzentration auf das Wissenswürdigste, Brauchbarste und Bewährteste stellt die DIDAKTISCHE MATERIA MEDICA in die Tradition z.B. von G.H.G. Jahrs Handbuch der Haupt-Anzeigen und macht das Werk insbesondere für Einsteiger attraktiv, die nicht nur eine gute Hinführung an die homöopathische Materia medica erhalten, sondern über das Repertorium gleichzeitig auch fallanalytisch arbeitsfähig werden. Erfahrene Praktiker hingegen, die bereits über ein breites Spektrum repertorialer Arbeitswerkzeuge verfügen, hätten sich statt des Repertoriums möglicherweise lieber noch weitere Arzneimitteldarstellungen kleinerer Mittel gewünscht – doch auch sie werden die DIDAKTISCHE MATERIA MEDICA schätzen lernen, da diese trotz großer Informationsfülle dennoch so übersichtlich ist, daß man sich nicht auf der Mikroebene beliebig erschienender Einzelsymptome verliert, und doch andererseits hinsichtlich der beinhalteten Symptomatik so umfangreich ausfällt, daß das Werk in der Praxis zur Arzneidifferenzierung auch auf Basis partikularer Symptome verwendet werden kann.


In hochwertiger Dünndruckpapierausstattung erreicht die DIDAKTISCHE MATERIA MEDICA trotz ihrer insgesamt mehr als 1.500 Seiten nur eine Dicke von 4,5 cm und ist mit einem Format von 13×18 cm – im Vergleich mit anderen Arzneimittellehren, die bei deutlich weniger inhaltlicher Substanz trotzdem nicht selten sperriges Lexikonformat erreichen – ausgesprochen handlich und ein idealer Begleiter für unterwegs.


Fazit: Im Unterschied zu vielem, das derzeit publiziert wird, hat die DIDAKTISCHE MATERIA MEDICA von Aleksandar Stefanovic konzeptionell wie inhaltlich echte Substanz. Das Werk schließt sowohl für Homöopathie-Einsteiger als auch für erfahrene Behandler eine große Praxislücke. Mit dem Werk gelingt Aleksandar Stefanovic ein überzeugender Brückenschlag sowohl zwischen Tradition und Moderne als auch zwischen Beschränkung und Vollständigkeit. Eine bemerkenswerte Neuerscheinung, die wirklich empfohlen werden kann.

Leserkommentare:

Hervorragende Arbeit , großes Lob. Habe das Buch bereits an Kollegen und die Teilnehmer meiner Ausbildungen und Kurse weiterempfohlen.  Ideale Kombination aus kurzem Überblick  und dennoch  ausreichender Ausführlichkeit , insbesondere für die “schnellen Akutfälle”, für die Hausbesuchstasche. 


Aber auch sehr gut geeignet um sich einen ersten aber fundierten Eindruck von einer Arznei zu verschaffen, beim Studium der Materia medica.  Didaktisch außerordentlich gut aufgebaut , sehr schöne “Sonderkapitel”, wie Notfall etc. Werde das Buch in meine kurze Liste wirklich empfehlenswerter Literatur aufnehmen.


Eine sehr würdige Alternative zu Phatak und Co., dann braucht man keinen Boericke, Nash, Allen, Farrington, Tyler oder sonstiges mehr, somit dann auch  vom Preis-Leistungsverhältnis absolut unschlagbar . Alles in einem Buch und viel umfangreicher und praxisbezogener.


Lars Michael Friedrich
Heilpraktiker


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Vor einiger Zeit hab ich die Didaktische Materia medica als Ansichtsexemplar erhalten, um zu prüfen, ob ich das Werk  für den Einsatz an unserer 
Schule (SHS Aarau  www.hahnemann.ch ) einsetzen kann.


Zuerst dachte ich, “hmm… noch eine neue Materia medica”.
Nach gründlichem anschauen und lesen kann ich aber sagen,  ich bin begeistert!!  Didaktische Materia Medica, schliesst eine echte Lücke.
Das Buch ist sehr gut strukturiert und bietet sich zum Lernen an (ist aber auch für die Praxis gut geeignet).


Als etwas “gemüts-lastiger” Homöopath gefällt mir auch die Zusammenstellung der Gemütssymptome, da werden nicht (wie sonst üblich) wahllos diverse  Gemütssymptome  aufgezählt, sondern  die Reihenfolge ist so gewählt, dass man Zusammenhänge sieht und das ganze Sinn macht.


Ich werde das Buch meinen Studenten wärmstens ans Herz legen und bei neuen Klassen als Pflichtlektüre auf die Liste nehmen.


Urs Schrag


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Ich bin wirklich von dem Buch begeistert . Es hat sich im Praxistest bereits als sehr hilfreich erwiesen. Es wird in die Liste der empfehlenswerten Werke in meinem Homöopathie Lehrgang aufgenommen.


Viel Lob für dieses Buch , welches wirklich  eine Lücke in der homöopathischen Literatur  schliesst, prägnant das Wesentliche herausstellt und somit sowohl dem erfahrenen Praktiker, als auch dem Studenten der Homöopathie eine große Hilfe in der Arzneifindung ist.


Jens Schwamborn
Heilpraktiker


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DIDAKTISCHE MATERIA MEDICA
Ein MUSS!  Eindeutig, nachvollziehbar, übersichtlich, plus Notfallhinweise.

www.medizin-transparent.de

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